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Umzugscountdown: noch 1

Unter erschwerten Bedingungen bestreiten wir den letzten Tag in der Fischers Allee 12b. 13 tolle Jahre!!! Aber keine Zeit für Sentimentalitäten. Heute morgen mussten noch 2 Kinder in ihre Kostüme gesteckt werden. Luca blieb ihrem Vorhaben treu, Hexe zu werden. Nur Hugo kündigte an, er wolle doch kein Feuerwehrmann sein. Er wolle sich als Buffel (=Büffel) verkleiden. Zum Glück konnte ich ihn umleiten auf Pirat, denn dafür konnte ich noch ein paar Utensilien aus den Kisten ziehen. Die Schminke hatte ich natürlich schon eingepackt – was sehr schlau ist im Hinblick auf unsere anstehende Reise zum Rosenmontagsumzug nach Köln. Aber darüber mach ich mir dann am Montag einen Kopf. Für Hugos Piratenstoppelbart musste meine Mascara herhalten. Gebe ich hiermit als Geheimtipp weiter.

So, wir sind dann mal jeck. Et war eene supergeile Zick in Ottensen. Mit Tränen in den Ochen… usw. Leider kann ich hier keine Videos mehr hochladen. Oder weiß nicht, wie es geht, is irgendwie anders neuerdings. Kümmer ich mich nach dem Umzug drum. Aber klick doch mal hier!

Alaaaf!!! („Helau“ darf ich nicht sagen, ist mir von meinem Gatten verboten worden. Genau so wie „Fasching“. Die spinnen, die Kölner.)

Umzugscountdown: noch 5 / Was wir von Kindern lernen können.

„Immer mit der Ruhe, Mama.“ Sagt dieses Bild. Oder: Alles nicht so ernst nehmen. Während ich mit Rückenschmerzen, Hirnsausen und schnapp atmend durch die Wohnung wusele, baut sich Hugo aus den rumstehenden Kisten Raumschiffe und Betten. Vielleicht sollte ich mir von seiner spielerischen Herangehensweise eine Scheibe abschneiden. Aber auch nur eine, denn sonst werden meine schlimmsten Befürchtungen doch noch wahr und der Umzug endet im Chaos.

Aufreger des Tages / Umzugscountdown

Wir ziehen um. In 8 Tagen. 8!  Die „Ich organisiere-schon-mal-so-gemütlich-vor-mich-hin-Phase“ geht dem Ende entgegen und ich beginne, panisch zu werden. Zum Beispiel, wenn ich eine Stunde in der einen Ecke der Wohnung gepackt habe und dann in eine andere Ecke gehe, wo mich dann ungefähr drei Millionen Dinge anspringen, die AUCH NOCH eingepackt werden müssen.

Was mich aber sehr nervt, ist mal wieder so ein Knebel-Scheiß-Vertrag mit einem Kommunikationsanbieter. Egal, an welchen meiner Umzüge ich mich erinnere, Ärger gabs  immer mit denen. 1996 in Leipzig hat die Telekom (hieß sie da schon so, oder war es noch die Post?) sechs Wochen gebraucht, um einem einen Anschluss hinzubasteln. In einem frisch sanierten Altbau, wohlgemerkt. Über sechs Autostunden von zu Hause entfernt saßen wir nun da ohne Verbindung zu Mama und Papa. Ein Handy hatten wir zwar, aber eine Minute kostete damals noch ungefähr 30 Mark. Naja, aber fast. Wir liefen also zwei Mal in der Woche zur Telefonzelle, um ein Lebenszeichen abzusenden. Doch die Telefonzelle war IMMER besetzt, denn wir waren ja nicht die einzigen ohne eigenen Anschluss. Es war Wintersemester und das Warten sehr ätzend.

Es folgten weitere Ärgernisse, die ich Euch jetzt erspare. Nur das Neueste möchte ich teilen: Wir haben Telefon und Internet von Kabel Deutschland. War auch immer alles prima. Bis jetzt. Nichts Böses ahnend habe ich per Online-Formular unseren Umzug mitgeteilt. Fest davon ausgehend, dass das Angebot auch dort verfügbar ist. Ist ja ein Neubau, da geht doch alles! Zwei Tage später bekomme ich per Post die Kündigung von Kabel Deutschland. Die gewünschten Produkte seien an der neuen Adresse nicht verfügbar. Ich könne mich also freuen, der Vertrag sei zum 1.6. fristgerecht beendet. Wir ziehen aber am 1.3. um. Was bedeutet, dass ich drei Monate zahle für etwas, das ich nicht bekomme. Auf Nachfrage verwies man mich auf irgendein Telekommunikationsgesetz von annodazumal. Gesetz hin oder her, ich finde es frech. Denn ich will ja gar nicht kündigen! Ich will weiter Kunde sein. Wenn ich hätte kündigen wollen, hätte ich das rechtzeitig getan. Also, bitte bedenkt, bei einem Umzug rechtzeitig zu prüfen, ob Euer Anbieter auch an der neuen Adresse verfügbar ist. AAARgh!

Stadt? Land? Fluss!

Am Wochenende war ich in Lingen bei meinen Eltern. Heimat möchte ich nicht sagen, obwohl ich dort ab Klasse 5 zur Schule gegangen bin. Heimat bleibt Schleswig-Holstein. Ich bin in Kiel geboren und habe meine ersten Jahre in einem Mini-Dorf bei Geesthacht bei Hamburg verbracht. Aber wo war ich stehengeblieben? Ach ja, im Stau auf der Autobahn Richtung Lingen. Früher war ich einfach nur heilfroh, dort weg zu sein. Kleinstadt und weit und breit nix Großes in Sicht. Münster und Osnabrück jeweils eine Stunde per Auto entfernt. Doch seit einiger Zeit schätze ich zumindest die Wohnsituation dort. Meine Eltern haben eine hübsche Doppelhaushälfte. Für so etwas bezahlt man in Hamburg Groß Flottbek gern 2000 kalt. Und meine liebe Freundin und Lucas Patentante Maike ist im Frühjahr mit Mann und Maus auf einen Resthof gezogen und hat diesen wunderschön renoviert. Ich sag mal so: das Wohnzimmer ist so groß wie unsere Wohnung. Und vor der Tür stehen Pferde, Pflanzen, Pfauen. Die Kinder können gar nicht so weit gucken, wie sie dort rennen könnten. Allerdings fährt man 20 Minuten aus der Stadt (Lingen) dorthin. Wenn ich dort bin, denke ich: „Scheiß auf die zentrale Lage in Hamburg. Zieh raus und genieße Garten und Ruhe.“ Abends dann ein Beitrag über Schiffe im NDR, den mein Schiffverrückter Papa ansieht. Die Moderatorin: „Ich steh hier gerade in Övelgönne und an mir vorbei zieht…“ Ich denke: „Coool, da bin ich zu Hause.“

Am Samstag sehen wir uns eine Altbauwohnung in Ottensen an. Dabei wollen wir eiiiiiiiiiiiigentlich weder Altbau, schon gar nicht ohne Fahrstuhl und Garagenplatz. Aber es ist nur 450 m von unserer jetzigen Wohnung entfernt. Und wir wollen hier ja eigentlich gar nicht nicht weg. Oder wenn schon, dann richtig? Ich weiß es nicht…

Bild: Wiebke