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Einmischen oder nicht?

Heute im Kindergarten: Hugo kommt in den Raum, in dem schon andere Kinder spielen. Er nimmt sich von einem kleinen Haufen Autos eines und sofort brüllt ein größerer Junge: „Nein! Das hatte Merlin!!!!“ Woraufhin Merlin von der anderen Ecke des Zimmers angerannt kommt, um Hugo das Auto weg zu nehmen. Der hält es fest und rennt weg. Die zwei größeren Jungs hinterher. Dann ein Schrei, Hugo hat den einen gebissen. Ziemlich doll, man sieht die Abdrücke auf der Hand. Insgeheim freu ich mich natürlich. Sagen muss ich jedoch: „Das ist nicht in Ordnung.“ Der Erzieher nimmt sich Hugo zur Seite und erklärt ihm, dass er nicht beißen darf. Ich stehe immer noch daneben, der Vater von dem gebissenen Kind auch. Zum Glück ist er entspannt. Mir brennt aber etwas anderes auf der Seele: Hugo hat das Auto niemandem weggenommen, es lag ja einfach rum. Da ist es doch normal, dass er sich gegen die großen Jungs verteidigt. Ich stand zugegebener Maßen etwas ohnmächtig daneben, die ganze Zeit. Dann bin ich gegangen, um doch wieder umzukehren und die Ausgangssituation richtig zu stellen. War das richtig? War das gluckig? Ich guck mal, was die bei lilliput-lounge dazu sagen. Das ist ein Ratgeber, auf den ich letztens aufmerksam gemacht wurde. Es gibt doch immer wieder Situationen, in denen man hin und her gerissen ist zwischen Einmischen und Raushalten, Klugscheißen und Selber Rausfindenlassen, Bevormunden und Beraten.

BR Hölle

Nach einem Tag Kita-Abstinenz (ich berichtete) habe ich Rabenmutter meinen Sohn gestern wieder in den Kindergarten geschickt. Er war quickfidel, Ehrenwort. Doch am Nachmittag bekam ich ein verschnoddertes Häufchen Elend zurück. Und nach einem verzweifelten Schläfchen am Nachmittag und Dauergebrüll beim Laternelaufen hocken Hugo und ich heute wieder aufeinander. Weil das ja meine Schuld ist (ich hab ihn wieder mal zu früh zurück in die Welt geschubst – wenn auch mit guten Absichten), habe ich mich zur Strafe selbst in die Hölle geschickt. In die BR Hölle, die gemeinhin auch als der Spielwarenladen BR bekannt ist. Was soll das überhaupt heißen: BR? Eine kurze Recherche hat nichts ergeben. Für eine längere ist mein Interesse nicht groß genug. Bayerischer Rundfunk heißt es wohl nicht…
Jedenfalls fand Hugo es super und war gar nicht mehr raus zu bekommen. Ich ließ mich beim Warten berieseln von der Shop-eigenen Werbung und musste mich sehr wundern. Sie haben dort scheinbar auch Spastiker im Sortiment. So jedenfalls die nervige Stimme aus dem Off: „Hol Dir die Clubkarte und Du erhältst Spastiker.“ Ist das erlaubt? Nicht nur für Ottensen ist das doch sehr Menschen verachtend.
Zum Glück musste ich lange genug bleiben, um zu verstehen, was mir BR wirklich sagen wollte: mit der Clubkarte kann ich Spaß-Sticker erhalten. „Achso“, würde Hugo sagen.

1. Ferientag. Oder: Luca im Glück

Heute war der 1. Tag der Kindergartenschließzeit. Kackwort. Und auch eher semi-toll für uns Eltern. Denn das Kind muss nach langer Zeit mal wieder täglich 12 oder mehr Stunden selbst bespaßt werden. Aber dafür kann Luca ja nix und darum wollte ich den Tag für sie irgendwie besonders machen. Nicht schon wieder Fischi… Es sollte zu Hagenbeck gehen. Doch auf dem Weg dorthin fing es wie blöd an zu regnen. Kurzentschlossen plante ich um, denn der Weg zu Hagenbeck ist gleichzeitig der Weg zum: Rabatzz! Luca war ein Mal da und lag mir seit den in den Ohren. Heute die Wunscherfüllung ganz unverhofft. Auf dem Rückweg noch kurz Abendessen bei McDoof. Luca im Glück.

 

Germany’s next Kindergarten

Beim Gucken der aktuellen Folge fühle ich mich doch sehr an Luca und ihre Freundinnen erinnert. Wenn sie vor ihrer Verkleidungskiste stehen und sich wieder alle um das rosaroteste Prinzessinnenkleid streiten. Allerdings kriegen die süßen Mini-Diven es irgendwann hin und mindestens eine von ihnen kommt mit dem tollen Vorschlag: „Wir wechseln uns ab, ja?!“. Darauf warte ich bei denen da im Fernsehen vergeblich.

Foto: Pro7