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Handtuchhalter-Climbing

Neues aus der Kategorie: Was mein Kind kaputt gemacht hat. Wie das passieren konnte? Gute Frage, denn ich behaupte, dass ich es nicht schaffen würde, den Heizungsregler abzubrechen, wenn ich es wollte. Hugo hat es geschafft. Seine genaue Vorgehensweise ist uns allerdings auch nicht bekannt. Er war in der Badewanne. Ich habe mir nach stundenlangem Danebenhocken während vergangener Schaumparties die Direktüberwachung gespart und das Bad verlassen. Ein Fehler. Plötzlich krachte es und Hugo schrie. Als er wieder sprechen konnte, zeigte er auf den Handtuchhalter neben der Wanne und sagte: „Hugo lettert.“ und meinte „geklettert.“ Stimmt! Wenn man sich das Ding so ansieht, fragt man sich glatt, warum man nicht vorher schon darauf gekommen ist, daran hochzuklettern. Es ist ja geradezu dafür geschaffen. Äh, oder doch nicht…

Von Luca bekam ich am Freitag dieses Bild überreicht:

Kinder Haben ist etwas Tolles. Und nach einem Gespräch mit einer Bekannten freue ich mich schon auf die Untaten meiner Nachkommen im Teenie-Alter. Ihr Sohn kam am Freitag sturzbetrunken nach Hause und hat die ganze Wohnung mit dem Inhalt seines Magens verschönert. Seine Mutter bemerkte dies, als sie morgens ins Bad kam. Statt sich gemütlich wieder hin zu legen (es war noch früh), hat sie geputzt, gewaschen und gelüftet. Auf Nachfragen konnte sich der Arme an nichts erinnern, meinte aber, er wäre gar nicht so betrunken gewesen. Die Mama hat nicht geschimpft, sondern war froh, dass er überhaupt nach Hause gekommen war. Dafür bekommt sie von mir den Geduldsorden. Applaus, bitte!

Kundenbindung à la Ikea…

Als eingefleischter Ikea-Fan muss ich mich jetzt doch mal aufregen über die schwedischen Freunde. Letzte Woche war ich da. Es sollte eine kombinierte Muddi-UND-Kinder-Bespaßungsaktion werden. Also, Kakao in der Spielecke, danach Smaland für Luca und Shopping für mich. Smaland war geschlossen, wegen eines Wasserschadens, der am vorhergegangenen Feiertag gewütet hatte. Ok, kann passieren. Und es gab Eisgutscheine. Wir erstanden unter anderem einen Kinderstuhl und ein riesiges, aufblasbares Kissen in Form eines Marienkäfers. Das alles blieb erst mal liegen, weil wir bei Omi und Opi geurlaubt haben. Aber gestern Abend war es so weit: wir wollten den Stuhl zusammenfriemeln und es fehlten Schrauben. Is mir noch nie passiert, aber irgendwann musste es ja so kommen.

Also den Kram wieder eingepackt. Heute wollte ich also wieder hinfahren, um das Ding umzutauschen. Vorher habe ich noch mal die Hotline angerufen, vielleicht würde es auch so gehen. Nein! Denn die Hotline war nicht available at the moment. Ok, also Kinder ins Auto und auf die Autobahn. Es gab zwei Schrauben, zwei Hotdogs, und Luca durfte den Smaland-Besuch nachholen und Hugo in der Kinderecke des Restaurant rumbutschern, während ich meinen Gratis-Cappucino (Ikea-Family Card sei Dank) schlürfte. Eine Stunde später wieder alle ins Auto, Stau auf der A7 von Schnelsen bis zum Tunnel, also durch die Stadt. Beide Kinder pennen, ich bin genervt. Der Stuhl bleibt im Auto, keine Kraft mehr zum Schleppen. Da packen wir das Marienkäfer-Ungetüm aus und: es ist kaputt! Die Hotline ist jetzt available. Die Computer-Frau fragt mir ein Loch in den Bauch, um mich dann abzuwürgen, weil die Leitung so busy sei und man einen nicht warten lassen wolle. Sehr zuvorkommend! Also, ich warte lieber statt aus der Leitung geworfen zu werden. Bleibt wohl nix, als NOCH MAL hinzufahren. Unverschämtheit, echt!

Tage wie dieser.

Kennt Ihr die Rubrik in der Neo: „Dinge, die mein Kind kaputt gemacht hat.“? Ich erweitere hier um: „Dinge, die ich kaputt gemacht habe.“ Es ist schon seltsam. Wochenlang passiert einem nix und dann andauernd. Letzte Woche habe ich mit meinem Rücklicht einem die Autotür abgefahren. Dann macht die Kaffeemaschine beim Versuch, Milch zu schäumen, plötzlich nur noch leise psssssssss. Zu guter letzt fliegt mir das Ladekabel vom Laptop aus dem Schrank entgegen und landet so beknackt auf dem Pinüppel, dass er erst verbiegt und dann abbricht, als ich ihn wieder gerade biegen will.

Mal sehen, was als nächstes passiert…

Foto: Wiebke