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Alle in einem Boot. Oder nicht?

Wiebke joggt, Teil II. Zu sehen heute Morgen.  Und während ich so laufe, kommen mir andere Jogger entgegen. Ich grüße freundlich – und bekomme keine Antwort. Einmal, zweimal… überhaupt niemand grüßt zurück! Das erinnert mich an die Zeit, in der ich Luca Kilometerweit die Elbe entlang geschoben habe und jede mit Kinderwagen bewaffnete Frau euphorisch ein Hallo entgegen geschmettert habe. Keine Reaktion. Eher ein verschrecktes Wegsehen. Habe ich nicht verstanden. Wir waren doch Sisters in mind! Genauso fühlte ich mich heute früh. Und mir kam ein Lied aus noch älteren Tagen in den Kopf, das mich für den Rest der Strecke begleitet hat: Vagabonds von New Model Army. „We are old, we are young, we are in this together“. Anscheinend sehe nur ich das so.

Eine Person hat dann doch noch mit mir geredet: meine ehemalige Nachbarin. Und sie sprach den Satz des Tages: „Toll, man kann im Sonnenaufgang joggen, ohne früh aufstehen zu müssen.“ Der Winter hat also neben Weihnachten noch etwas Gutes.

Run with a view

Heute ist etwas geschehen, das es seit fast 7 Jahren nicht gegeben hat: ich war Joggen. Und es war toll! All die Jahre habe ich mich geweigert, weil es einfach zu viele schlimme Erfahrungen waren, die ich in Laufschuhe gesammelt hatte. Damals fragte ich mich nach den ersten zwei Schritten, wie lange ich wohl noch laufen müsse. Was sicher an meiner jämmerlichen körperlichen Konstitution lag: ich habe eine Schachtel pro Tag Minimum geraucht und war meistens am Samstag oder Sonntag joggen. Was bedeutet, dass ich am Vorabend mit ziemlicher Sicherheit noch mehr geraucht und dazu ziemlich viel getrunken hatte. Es gibt Menschen wie meine beste Freundin, denen das nichts ausmacht. Mir aber hat es den Spaß versaut. Darum habe ich irgendwann aufgehört und mit der Schwangerschaft kam zwar das Rauch- und Trinkverbot, aber auch die perfekte Ausrede, nicht mehr joggen zu müssen. Das habe ich durchgezogen bis heute.

Bedauert habe ich meine Laufphobie schon öfter, denn es ist die einfachste, schnellste und auch günstigste Methode, sich fit zu halten. Und es macht glücklich! Letzte Woche kam mir die Idee, auf dem Rückweg von Kindergarten und Schule noch ein Läufchen einzulegen. Warum bin ich da nicht eher drauf gekommen? Bis zum Elbstrand sind es von da aus nur drei Hüpfer. Dann hat es noch eine Woche gedauert, bis ich meine ollen Asics aus dem Keller gebuddelt hatte. Die sind noch älter als mein letztes Lauferlebnis. Aber neue gibt es erst, wenn ich es schaffe, dran zu bleiben. Ihr werdet meine Zeugen sein. Und wenn ich in zwei Monaten noch fleißig laufe, gibt es neue Schuhe. Und ein oder zwei Teile aus der adidas by Stella McCartney Running-Kollektion. Man muss schließlich Ziele haben.

Allen Mamas kann ich nur sagen: nutzt den Schul- oder Kindergartenrückweg für ein Läufchen. Beckenboden festhalten und los!