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Fashion Victim Victim

Neuerdings fechten Luca und ich Kämpfe an bekannter Front aus: dem Kleiderschrank. Es ist geradezu unmöglich, etwas zu finden, was ihr gefällt. Obwohl der Schrank, wie der der meisten Mädels, zum Bersten gefüllt ist (Textilblindheit macht auch vor der Jugend nicht halt). Aber dies ist zu eng, das zu blau, Ärmel dürfen nicht weit sein, Schultern nicht gepufft. Es kratzt, krumpelt, kneift. Oder es ist schlicht und einfach „nicht schick“. Letztens habe ich die ganze Kinderabteilung von H&M mit nach Hause geschleppt. Übrig blieb eine Jeansshorts, die ich kaufen DURFTE. Alles andere wanderte wieder zurück. Und wenn etwas Gnade vor ihren Augen findet, muss es noch durch den Mutti-Filter. Leider fielen die Blinkeblinke-Turnschuhe letztens durch. Genauso wie alles, wo Lillifee oder Hello Kitty drauf ist. Aber mal sehen. Wenn die nächsten 10 Paar Schuhe, die ich ihr zeige, nicht goutiert werden, bin ich wahrscheinlich verzweifelt genug, sie ihr zu kaufen. Denn lange kann ich sie nicht mehr mit ihren Lammfelstiefelchen loslaufen lassen. Aber ich bin ja selbst Schuld. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, sagt man doch. Oder?

Links im Bild ein Kleid nach Lucas Geschmack. Rechts eins, das ich ihr kaufen will.

Fotos: Boden

Schnullerfee reloaded.

Hurra! Luca hat die erste Nacht seit fast vier Jahren ohne Schnuller hinter sich gebracht. Reichlich spät, werden einige sagen. Mag sein. Und ich bin wohl auch zum größten Teil Schuld daran, dass sie so lange nicht ohne konnte. Erst fand ich es nicht notwendig, ihn ihr abzunehmen. Schließlich habe ich bis 7 am Daumen gelutscht und sehe auch nicht aus wie Margie Simpson. Dank Zahnspange, versteht sich.

Später war Luca einfach schon zu schlau, um sich mit den üblichen Tricks übers Ohr hauen zu lassen. Á la: „Oh, der Schnuller? Der ist weg.“ „Dann können wir doch bei Budni einen neuen kaufen.“ usw. Und schließlich hatte ich immer eine Ausrede, warum ich gerade jetzt den Schlafmangel durch Schnullerentzug nicht aushalten konnte. Zuviel Arbeit, zu schwanger, und am Ende war es Hugo, der mir den gesamten Schlaf raubte. Ein Versuch, die Schnullerfee kommen zu lassen, schlug fehl. Die vor der Wohnungstür zum Abholen deponierten Schnuller mussten nach nur wenigen Minuten wieder reingeholt werden. Wohl auch dank mangelder Konsequenz mütterlicherseits.

Aber gestern war es soweit. Nachdem Hugo zum ersten Mal sowas wie durchgeschlafen hatte, hatte Luca mich zwei Mal geweckt, weil ihr Schnuller weg war. Am Morgen dann die Standpauke, dass das ja so nicht ginge und dann der Schnuller weg müsse blablabla. Später ist mir selber aufgefallen, dass ich immer drohe, dann aber nix passiert. Ich hatte mich also selber unter Zugzwang gesetzt. Am Nachmittag hatten wir U8 beim Kinderarzt. Als der dann auch noch mal wegen des Schnullers meckerte und Luca ganz einsichtig nickte, habe ich den Flow genutzt. Ab zu Brautmoden Harem in der Bahrenfelder Straße. Die haben seit Kurzem eine Juwelier-Abteilung und im Fenster mehrere Hello Kitty Uhren, vor denen Luca jedes Mal stehen blieb. Sie durfte sich eine aussuchen und die wurde dann am Abend feierlich gegen die Schnuller ausgetauscht. Auf dem Weg ins Bett liefen Tränen. In der Nacht musste ich zwei Mal zu ihr krabbeln und es wurde immer wieder geschluchzt. Aber sie hat durchgehalten. Heute morgen war sie stolz wie Bolle. Ich: „Das müssen wir unbedingt Oma und Omi erzählen. Die sind dann auch ganz stolz auf Dich.“ Luca: „Ja, und Britt!“

Bild: Hello Kitty