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Man sollte erstmal Kinder haben, bevor man heiratet.

Seit ich Kinder habe, bin ich eine andere. Aus einer sorglos in den Tag hinein lebenden Wiebke mit gelegentlichen Momenten der Ungeduld ist eine stets von schlechtem Gewissen geplagte tickende Zeitbombe geworden. Kein Morgen, an dem ich nicht die Nerven verliere, obwohl ich mir täglich vornehme, ruhig zu bleiben. Wenn die Kinder dann im Kindergarten und in der Schule sind und ich auf dem Heimweg bin, schäme ich mich.
Heute kam mir der Gedanke, dass mein Mann mich eventuell nicht geheiratet hätte, wenn ich mich schon vor den Kindern so benommen hätte. Tja, nu isses zu spät. Hat er Pech gehabt.

Aber es ist schon heftig, dass es für so eine lebensverändernde Maßnahme wie Kinderkriegen keine Testphase gibt. Eine Ehe kann man beenden (oh je, hoffentlich bringe ich da jetzt niemanden auf dumme Gedanken!), Kinder bleiben. Demnach sollte man vielleicht erstmal Kinder haben, bevor man Kinder bekommt. Geht aber nicht.

Dabei sind sie doch so süß!

Foto: Wiebke

Das Internet zeigt unser wahres Ich.

Sehr interessant: während ich hier nach dem geeigneten Outfit für eine Sommerhochzeit fahnde, ist mein Mann, inspiriert vom zeitgleich stattfindenden EM-Spiel Kroatien – Spanien, unterwegs auf der Homepage des Restaurants Dubrovnik. Kroatische Köstlichkeiten gibt es ihm hier in Hamburg nämlich viel zu selten. In seiner Heimat befindet sich mindestens eine Vertretung an jeder Ecke. Vor unserem Kennenlernen hielt ich ein Rasnici-Schwert (der Kassenschlager seines heimatlichen Dorfkroatens) noch für ein Requisit des Dschingis Khan Videodrehs.

Während IHM also beim Anblick der Kroatia Pfanne das Wasser im Munde zusammenläuft, schüttelts mich bei dem Gedanken an Teller voller Fleischberge. Meine Augen hingegen beginnen zu leuchten und der Kreditkartenzückreflex setzt ein, wenn ich diese handschuhweichen Ballerinas von Chloé betrachte. ER findet diese Art von Schuhe zum Weglaufen.

Wie kann das schon seit über 10 Jahren gut gehen? Alle paar Monate verdrücken wir gemeinsam Fleischberge und Djuwetschreis, wobei ich zur ausgleichenden Gerechtigkeit meine Ballerinas unterm Tisch parken darf. Und in der Zwischenzeit surfen wir im Netz, um unsere unsäglichen Gelüste heimlich auszuleben. Was wären wir nur ohne Internet! Dann müsste ich jetzt tatsächlich Fußball gucken…

Foto: Net-a-porter