Mama will nicht auf den Mund geküsst werden.

Dieser Satz hat mich heute verwundert. Um nicht zu sagen, er hat mich schockiert. Ich habe ihn von einer dreifachen Mutter im Kindergarten gehört, die ihn zu ihrem Jüngsten sprach, als dieser eben das versuchte. Bisher hatte ich sie in die Kategorie Vollblutmama gesteckt. Unter anderem, weil sie von ihren drei Kindern den kleinsten noch zu Hause hat. Er ist so alt wie Hugo und ich fühlte mich jeden Morgen schlecht, wenn ich mein Kind abgegeben hatte und sie mit ihrem nach Hause gehen sah. Dazu passt irgendwie nicht, dass sie Mundknutscher so vehement ablehnt, oder? Auf den ersten Blick zumindest. Ich will nicht sagen, dass Kinder und Mütter sich unbedingt und dauernd auf den Mund küssen müssen. Auch nicht, dass man eine Rabenmutter ist, wenn man es nicht mag. Also, was dann? Ich habe erkannt, dass ich mich nur aufgrund von wenigen Momentaufnahmen schlecht fühlte im Vergleich mit einer anderen Mama. Eine andere Momentaufnahme aber hat mir gezeigt, dass so ein Vergleich nichts taugt. Die einzigen Menschen, vor denen man sich rechtfertigen muss, sind man selbst und sein Kind. So gesehen hat mich der Satz gar nicht schockiert, sondern erleichtert. Puh!

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