Die Evolution des Zeitempfindens

Ganz früher, vor den Kindern, ging man spät ins Bett und stand so spät wie möglich auf. Mit einem Säugling schläft man immer und überall, wann und wo sich die Gelegenheit ergibt.

Darauf folgt eine Phase, in der man annähernd das alte Schlafmuster wieder aufnimmt. Das Kind schläft durch und der Kindergarten beginnt um halb zehn.

Aber dann: dann kommt die Schule! Man selbst und die Kinder müssen um acht Uhr morgens angezogen, satt und mit Schulbroten ausgestattet auf der Matte stehen. Das heißt: aufstehen um sechs. Und das heißt, dass man bereits um viertel vor zehn abends nervös wird, weil man glaubt, ins Bett zu müssen. Folgt man dem nervösen Bauchgefühl nicht, wird man mit bleierner Müdigkeit am nächsten Morgen und Tag bestraft.

‚Man‘ bedeutet natürlich hier ‚ich‘ oder ‚wir‘. Sicher gibt es so Ultracoole, die trotz (schulpflichtiger) Kinder immer noch die Nacht zum Tag machen. Das meine ich nicht ironisch, sonder mit vollster Bewunderung. Ich kann das nicht. Bekomme ich nicht annähernd regelmäßig meine acht Stunden Schlaf, werde ich zum dauermotzenden Wrack.

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