Archiv der Kategorie: Reisen

Sommerhauch – später

Es ist Februar. Es ist eklig draußen. Darum machen wie es uns drinnen gemütlich. Vor dem Computer. Und statt an der Kaminfeuer-App wärme ich mich an Seiten von Hotels im Süden. Inzwischen haben wir gebucht, also ist Surfen durch das virtuelle Mittelmeer sinnlos.

Zum Glück gibt’s Smalllable und seine bezaubernden Kindersachen. Gerade habe ich mich statt auf den jahreszeitlich üblichen Sale-Seiten bei den Sommersachen umgesehen. Und plötzlich ging  die Sonne ging auf! Für Luca wanderten so einige Fische aus dem Netz in den Warenkorb. Ich freu mich schon darauf, die Maus darin durch Italiens Berge laufen zu sehen!

Rhythm is a wanker.

It’s no soul companion. Absolut nicht! Jedenfalls nicht, wenn man ihn verloren hat. Wir sind seit 8 Tagen zurück von unserer Reise nach Kalifornien. San Francisco, Santa Barbara und Los Angeles haben sich die Buschis angeguckt und bei sehr vielen Dingen hätten wir gerne noch viel genauer hingeschaut. Aber gut, jede Reise ist einmal zu Ende und man muss ja noch Träume haben.

Was allerdings kein Ende hat ist dieser Jet lag. Hat uns alle komplett aus der Bahn geworfen. Hinzu kamen Albträume, von denen Hugo die ersten Nächte nach der Rückkehr geplagt wurde. Jedes Mal, wenn wir gerade eingeschlafen waren, ist er aufgewacht und hat geweint. Danach hat er zwar gleich weiter geschlafen. Aber die Augen der Eltern hatten durchgehend geöffnet sodass wir quasi durchgemacht haben. Hat sich vor 10 Jahren auf der Reeperbahn auch irgendwie besser angefühlt.

Zwar wird es nächtlich besser, aber wir schlafen immer noch nicht wieder durch. In die andere Richtung war es sehr viel cooler. Morgens um halb 6 waren wir wach und um 9 standen wir schon in irgendeinem Museum oder wo es uns sonst noch so hinzog. Und wenn es dort gegen Mittag voll wurde, waren wir wir schon weg. Abends um acht sind alle glücklich ins Bett gefallen. Und was heißt das für die Zukunft? Nur noch Reisen in einer Zeitzone? Nö? Nur noch nach Asien? Auch nicht. Dann lieber ein bisschen Jammern und ein Leben lang tolle Erinnerungen an tolle Zeiten genießen.

Wenn man Hugo fragt, wären die Highlights: Hot Dog, Pool, T-Rex Skelett, Wale.

Luca würde ihre Shoppingtrophäen hoch halten.

Meine Highlights passen hier gar nicht auf die Seite. Vielleicht Yoga mit Blick auf San Francisco. Oder die Fahrt über die Golden Gate Bridge! Das hat mich sehr beeindruckt. Weil man sie schon so oft in Filmen gesehen hat. Und sie als Kind für mich DAS Symbol für die große Weite Welt jenseits des Atlantiks war. Aber ich merke, je mehr ich aufzählen will, desto mehr fällt mir ein. Und eigentlich war alles toll. Die Straßen von San Francisco, der Highway No. 1, die Küste, Santa Barbara und Carmel, die Stadt mit mehr Galerien als Einwohnern, Los Angeles von oben, unten und von der Seite, die vielen Mexikanischen Restaurants, Sushi in Venice Beach, frisch gerösteter Kaffee in Silberlake…

Von der Wasserkrise haben wir ziemlich wenig gemerkt. Zwar haben ein paar Restaurants die Chance genutzt, sich das Servieren von kostenlosem Wasser zu sparen. Aber sonst…. Amerikaner sind überhaupt sehr lustig, wenn es um Umweltschutz geht. Sie reden überall davon, servieren aber jeden Kaffee, auch wenn er nicht to go ist, im Pappbecher. Im Bioladen bekommt man das Gemüse nur geschnitten und dreidoppelt in Plastik verpackt – Einkaufstüten sind aber „illegal“. Und jeder weiß Bescheid und gibt dir ungebeten Ratschläge – auf die man sich besser nicht verlässt. Trotzdem: jeder ist nett, lächelt Dich an und die Sonne scheint.

Ich will zurück!!!

 

 

Nach den Ferien ist vor den Ferien

Zusätzlich zur Freizeitgestaltung des Nachwuchses lastet auch die Ferienplanung auf den elterlichen Schultern. Hat man sich gerade durch die Sommerferien organisiert und stolz ein kompliziertes Geflecht aus Ferienbetreuung, Verreisen, Tagesmutter und Oma-/Opa-Aufenthalt durchstanden, stehen schon die nächsten Herausforderungen vor der Tür: die Herbstferien. Abgesehen davon, dass kein Mensch so viel Urlaub hat, gehen einem auch die Ideen aus.

Das ist schlimm, denn der soziale Druck ist schon bei Zweitklässlern spürbar. „Mama! Tina fährt in den Ferien überhaupt nicht weg, die machen nur hier was!!!!“ Dank easy jet und alltours muss man ja heutzutage, sobald sich mehr als zwei freie Tage ankündigen, mindestens eine Städtereise machen. Besser noch All inclusive in Tunesien, der Türkei oder Marokko. Da will ich weder hin noch finde ich das richtig. Klar, die Kinder schwärmen immer noch von „Itaaalien“. Aber Hugo hat mir letztens wieder gezeigt, dass es gar nicht so viel braucht, um ein Kind glücklich zu machen. Nach einem vollkommen normalen Tag zu Hause, an dem er mit den Nachbarskindern im Garten gespielt hat, sagt er abends am Tisch: „Heute ist ein schöner Tag!“

Aber so ganz ohne Wegfahren schaffen wir es auch nicht. Morgen geht es an die Ostsee! Strandspaziergang, futtern, Massage! Herrlich!

(The Author of this site is) Under Reconstruction

Familie Busch ist weg und erholt sich im Skiurlaub. Damit die Kinder auch mal Schnee zu sehen bekommen, der länger als 10 Minuten liegen bleibt.

Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich dieses Jahr mit Helm fahren. Man wird ja vorsichtig im Alter. Oder eher Frau. Der Herr Papa fährt weiter oben ohne. Aber er ist auch nicht so schnell wie ich. Haha. Zugegebener Maßen habe ich mir den Helm zum größten Teil aus dem Grund gekauft, weil er cool aussieht. Aber das bleibt unter uns.

Allerdings mache ich mir etwas Gedanken darüber, wie ich Luca nach dem Urlaub erklären soll, dass ich weiterhin ohne Helm Rad fahre. Oder überträgt sich die alpine Vorsicht auf die Straße? Wir werden sehen. Euch eine schöne Zeit!

WE in L.E.

Auf nach Leipzig, von Insidern L.E. genannt! Hier hat nicht nur Lisa studiert und gefeiert, sondern auch ich. Der Hauptgrund meiner Reise (neben dem Verzehr von Kuchen) ist, eine Freundin zu besuchen. Wir waren unzertrennlich mit 16, 17, 18…, dann wurde es weniger (woran ich hauptsächlich die Schuld trage) und schließlich verkümmerte unser Kontakt zu einer Facebook-Freundschaft. Jetzt ein Wiedersehen! Ich freue mich sehr und erinnere mich: Als Teenies träumten wir von einer gemeinsamen Wohnung, die wir komplett mit Möbeln aus (leeren) Karlsquell-Dosen einrichten wollten. Wir tranken Cola-Pernod gegen den Brand am Morgen, warnten uns vor Regen und den Folgen eines Einschlafens am Blauen See, überwanden viele müde Punkte auf Parties, rauchten fingerlos Zigaretten in der Kälte Londons, reisten durch den wilden Osten, badeten im Balaton, wohnten mit Hippies in Prag, drehten Vespa-Stürze, sangen mit den Red Hot Chili Peppers und weinten beim Tod Kurt Cobains…

Mal sehen, was uns diese Wochenende an Erinnerungen bringt. Ich bin sehr gespannt!

Kalt, kälter, Hawai.

Zurück aus Klitmoller. In Surferkreisen auch Cold Hawai genannt. Schön wars. Aber auch echt kalt. Was an diesem allgemein nicht vorhandenen Sommer lag. Aber auch an dem ständigen Wind, der einem auch bei Sonnenschein die Lust am Baden vermieste. Egal, Luca und ich haben uns trotzdem in die Fluten gestürzt. Wir haben tolle Landschaft gesehen und die Zeit in einem sehr schönen Haus genossen.

Dänen sind echt spezielle Leute. Ist uns aufgefallen und wurde lustiger Weise in einem Artikel in der aktuellen WELT am Sonntag thematisiert. Sie sind cooler (liegts am Wind?), gelassener. Sie lachen und haben Spaß, wo wir Deutschen verbissen auf die Uhr sehen und im Kopf schon die Beschwerde formulieren. Man sieht kaum dicke Autos, dafür umso mehr Bärte, Kombis und Karohemden. Die Dänen stehen nicht auf Statussymbole, sondern auf Freiheit und Toleranz. Was auf den ersten Blick ein Land voller Biolehrer ist, ist in Wirklichkeit ein Rolemodel in Sachen wahre Coolness. Bleibt zu hoffen, dass Reisen in der Tat bildet und wir ein bisschen von der dänischen Mentalität in unsere eigene aufnehmen.

Ist das ein Bagel? Nein, ein Brötchen mit Loch.

Um dem (verspäteten) Wochenanfang seinen Schrecken zu nehmen, habe ich mir heute morgen ein gemütliches Frühstück gegönnt. Nachdem die Kinder im Kindergarten verstaut waren, bin ich beim Bäcker vorbei und habe einen Bagel bestellt. Dieser entpuppte sich zu Hause wie so oft als Brötchen mit Loch zum Preis von zwei Brötchen ohne Loch. Klar, ich bin selbst schuld! Bisher habe ich bei keinem Hamburger Bäcker einen echten Bagel bekommen. Aber ich versuche es immer mal wieder. Vor allem, weil ich auf der Queen Mary (es war nicht alles schlecht dort) mal wieder daran erinnert wurde, wie gut ein richtiger schmecken kann. Mit Creamcheese und Marmelade. Hmmm. Der war wohl direkt aus New York mitgebracht. Herrlich. Womit wir bei einem meiner Lieblingsreiseträume wären: in New York am Morgen in einem schrabbelig-coolen Eckcafé sitzen, getoastete Bagels und Pancakes mit Ahornsirup frühstücken und aus dem Fenster auf die Straße gucken.

Video: Youtube

QM2: Luxus für alle, nur nicht für uns.

Einer der Höhepunkte des diesjährigen Hafengeburtstages war wieder mal das Ein- und Auslaufen der Queen Mary 2. Wir waren an Bord! Mit Eltern, Schwiegereltern, Kind und Kegel. Um die Legende mal von Innen zu erleben. Leider gingen wir als Anti-Fans von Bord. Zum Einen, weil das Kreuzfahrt-Prinzip generell nicht so unser Ding ist. Diese eigentlich absurde Idee, eine schwimmende Stadt um die Welt zu schicken, auf der überwiegend übergewichtige und alte Menschen sich dem süßen Nichtstun hingeben. Zum anderen, weil wir genau das auch wollten: nichts tun. Doch mit einem Zweijährigen der krawallösen Art ist so ein Schiff nix. Überall gefühlt teure Sitz- und Bodenbeläge und ruhebedürftige Menschen. Draußen trennen den Matz nur drei mickrige Stäbe von 40 m freien Fall in die Nordsee. Und überhaupt… Mit letzter Kraft schleppten wir uns am ersten Abend (nach Taxifahrt zum Flughafen, Flug nach Heathrow, Busfahrt nach Southampton und einem Nachmittag auf See) zur Kinderbetreuung. Diese wurde angeboten für Kinder ab 2. Dies allerdings seit April. Zum Zeitpunkt unserer Buchung wurde mit Kinderbetreuung ab 1 geworben, was auch einer der Gründe war, warum wir gebucht hatten. Egal, dachten wir. Hugo wird in 2 Wochen 2, da werden sie nicht so sein. Haha! Falsch gedacht. Keine Chance. „Its policy“ wurde uns mit englischem Lächeln als Grund ihrer Sturheit genannt. Damit war die Diskussion beendet. Und die Cunard-Reederei um mindestens zwei potentielle Kunden ärmer. Ich setze nie wieder einen Fuß auf eines ihrer Scheißschiffe. Denn das einzige, was ich wollte, war, einmal für eine halbe Stunde im Deckchair zu sitzen und mit einem Drink in der Hand aufs Meer zu schauen. War aber nicht möglich.

Die Einfahrt nach Hamburg hat den Ärger dennoch vorerst verfliegen lassen. Unsere Stadt ist der Hammer! Es lasst schon Gänsehaut aufkommen, wenn man von diesem Riesenpott aus die ganzen Schiffe um einen herum sieht und alle einem zujubeln. Hugo fands auch toll. Erstmal. Danach war bei den Kindern die Begeisterung eher mäßig (s. Foto) Das nächste Mal schaue ich mir die QM auch gern wieder an, wenn sie die schönste Stadt der Welt besucht. Vom Ufer aus.

Fotos: ich

Tschüss Sommer, Du bist dann wohl weg.

Das war ein Tag gestern! Wir hatten uns fest vorgenommen, an die See zu fahren. Nachdem der ursprüngliche Plan, Freunde in SPO zu besuchen, zerschlagen war, sollte es Scharbeutz sein. Weil ich zufällig gelesen hatte, dass da Kinderaction ist. Unser sonst präferierter Ostseestrand ist zwar wunderschön und ruhig, aber zu ruhig, wenn man sich nicht mit anderen Kindern dort verabredet.

Beim Brötchenholen um halb 8 fielen allerdings ein paar Regentropfen aus dem grauen Hamburger Himmel auf Hugos und meine Nasen. Kurzes Zweifeln, dann haben wir aber doch die zwei Langschläfer (haha) aus dem Bett geschmissen, Brötchen geschmiert und ab gings. Und kaum waren wir da, riss der bedeckte Himmel auf und die Sonne brannte uns auf den Pelz. Luca war happy beim abwechselnden Baden mit Papa und Hexenhut-Basteln in der betreuten Kinderstrand-Zone. Hugo bezirzte die umsässigen Rentner mit seinem schönsten Lächeln und erklomm deren mitgebrachte Klappstühle unter Bravorufen. Noch ein lecker Softeis zum Abschluss und nach Hause gings, um pünktlich zum Gewitter unter der bedachten Terrasse die abendliche Wurst zu verputzen. Davon hätten wir gern noch mehr Tage gehabt. Danke für diesen einen, sehr schönen, lieber Petrus!

 

Das ist die Berliner Luft Luft Luft

 

Oder der Berliner Boden. Wie Ihr wollt. Zwar wollte ich zweiteres nicht wie der Papst küssen, als ich ihn betrat. Aber nach 1,5 Jahren war es mal wieder sehr schön, dort zu sein. Zumal beim letzten Mal Minusgrade herrschten. Nun also im Sonnenschein. Dank meiner Mama, die die kleinen Terroristen hütete, durften wir zwei eigentlich geschäftliche Termine in der Hauptstadt zu einem privaten Fest machen. Wir sind am Tag vorher angereist, waren ein bisschen Shoppen und danach lecker essen. Wo es schon Brad Pitt und seinen Inglourious Basterds gefallen hat, hat es auch uns vorzüglich geschmeckt. Nur die bekloppte Dauertelefoniertante am Nebentisch hat ein bisschen genervt. Aber das gehört irgendwie zu unserem Schicksal. An herrlichen und eigentlich ruhigen Plätzen werden wir zuverlässig von Loudspeakern belagert.

Später waren wir noch im Soho House verabredet. Aber wir haben uns dagegen entschieden. Weil wir seit gefühlten 3 Monaten keinen Abend für uns hatten und beide mehr Lust auf unser herrlich ruhiges Zimmer im MotelOne. Und vor allem auf Durchschlafen. Hätte man mir das vor 5 Jahren erzählt, dass ich anstatt in einer der coolsten Locations des Landes zu feiern lieber in das zu klein geratene Zimmer einer durchschnittlichen Hotelkettenfiliale gehe? Ich hätte es nicht geglaubt!

Fotos: Wiebke