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Neue Serie: Gute Fragen des Alltags

Ab jetzt startet hier eine neue Mini-Serie mit dem Titel „Gute Fragen des Alltags“, in der ich eben solche stellen möchte. In der Hoffnung, dass ein findiger Erfinder der einen oder anderen Frage nachgeht und vielleicht sogar eine Antwort findet.

Ihr seid herzlich eingeladen, an dieser Stelle ebenfalls Eure Fragen loszuwerden.

 

#1

Wohin mit dem Pümpel nach Gebrauch?

Das frage ich mich nicht oft. Aber wenn, ist eine Antwort umso dringender nötig. Ins Waschbecken oder und die Badewanne verbietet sich von selbst. Zum Trocknen auf den Balkon finde ich auch irgendwie eklig. In einen Eimer vertagt das Problem nur und abwischen will ihn auch nicht. Womit auch?

 

Auch eine sehr gute Frage. Eigentlich die beste überhaupt. Bitte Geduld.

Wunderschöne Idee

Man denkt, es trifft nur andere. Auch wenn mir diese Krankheit schon in nächster Nähe begegnet ist, bleibe ich bei dieser Überzeugung. Es ist wohl ein Schutzmechanismus. Denn es wäre schlimm, jeden Tag vor etwas Angst zu haben, das einem eventuell passieren könnte.

Diesen Menschen ist es passiert. Und sie verdienen nicht nur eine sondern viele Sekunden der Sorglosigkeit.

http://www.utrend.tv/v/one-second/

Wochenend-Tipps

Kennt Ihr das? Es ist Sonntag, das Wetter ist schlecht und Ihr habt keine Ahnung, wie Ihr den Tag mit den Kindern rumbringen sollt? Hugo hatte diesen Sonntag eine hervorragende Idee. Während wir noch sammelten und mit Freunden diverse Möglichkeiten des Zeitvertreibes per Telefon evaluierten, sperrte er sich ins Badezimmer und nutzte die 4 unbeobachteten Minuten für ein ausgiebiges Tablettenfrühstück. Als wir ihn entdeckten, schaute er uns schuldbewusst und kauend an – und wir flippten aus! Nachdem wir ihm die Reste aus dem Mund gepult, einen befreundeten Arzt und die Giftnotrufzentrale um Rat gefragt und ein paar Sachen gepackt hatten, fuhr ich ins Kinderkrankenhaus. Dabei sah ich mich immer wieder um, um zu checken, ob Hugo die Augen verdreht oder sonst irgendwie komisch wurde.  Im Krankenhaus dann die lustige Nachricht, dass uns eine 12-stündige Überwachung bevorstand. Und da dann ja Nacht sei, sollten wir diese doch gleich auch noch dort verbringen. Hugo fand es super, denn es war viel los, es gab Eis zum Nachtisch und das Spielzimmer war voll toller Sachen. Immerhin haben wir draußen nichts verpasst, wenn man sich das Wetter besah. Danke, Hugo!

Und nun eine wirklich gute Idee, die Britt und Kalle am Sonntag hatten: sie fuhren in die Europapassage zum Laufrad-Fahren. Restaurants und Cafés sind sonntags geöffnet und laut Britt waren viele Leidensgenossen (Eltern mit kleinen Kindern) ebenfalls vor Ort. Beim nächsten Mal sind wir dabei!

Einerseits…andererseits…

Hugo war die letzte Woche tapfer und gesund. Heißt, wir konnten unseren Urlaub zu Hause richtig genießen. Einerseits also gut. Andererseits is er jetzt wieder krank. Bronchitis, Mandelentzündung, Fieber… Aber ich will Euch nicht langweilen.

Mein trister Tag zwischen Kinderarzt und Bude putzen wurde erhellt durch meinen lieben Freund den Hermes-Mann. Er brachte mir die heiß ersehnten Heels von Cos. Diese wollte man mir im Laden nicht verkaufen, weil sie auf einer Puppe steckten. Versteh zwar das Konzept nicht so ganz, alle Schuhe bis auf ein Paar in Größe 40 unwiederbringlich ins Schaufenster zu stellen, aber gut. Immerhin zeigte man sich so freundlich, meinen Namen in einem Buch zu notieren, um mir Bescheid zu geben, wenn die Puppen ausgezogen werden. Wie gesagt, versteh ich nicht so recht. Die liebe Céline gab mir den nahe liegenden Tipp, online zu bestellen. Zuweilen steh ich ja ein bisschen auf der Leitung. Da kamen sie also, die Booties in Größe 37. Freude, Jubel, Ernüchterung. Sie waren zu klein. Doof einerseits. Andererseits gut, denn mit der neuen Bestellung findet diese hübsche Bluse für Luca ihren Weg ins Paket. Hoffentlich passt sie. Und gefällt dem kleinen Stilwunder.

Fotos: Cos

Mein Leben mit einem Aussätzigen

Hugo hat die „Hand-Mund-Fuß-Krankheit“. Bei Tieren heißt das Maul-und-Klauen-Seuche. Um den Mund, an den Händen und an den Füßen bilden sich wässrige Blasen, die irgendwann aufplatzen und verkrusten. So eklig, wie sich das anhört, sieht es auch aus. Der arme, kleine Mann. Zum Glück scheint es kaum weh zu tun. Was mir weh tut, sind die Blicke, die er überall bekommt. Im Fahrstuhl sagte eine Mutter zu ihrer Tochter: „Guck da nicht so hin.“ So, wie ich mich da gefühlt hab, müssen sich Eltern von wirklich behinderten oder entstellten Kindern fühlen. Und ich hab noch die Gewissheit, dass es nur vorüber gehend ist… Wieder mal sieht man erst dann, wie sehr das eigene Leben in Ordnung ist, wenn es das mal nicht ist. Doch bei aller Demut, die man wieder spürt, ist es auch ziemlich anstrengend, seit vier Tagen so zwangsinterniert zu sein. Keine Kita, is klar. Aber auch aufm Spielplatz fühlt man sich nicht wirklich wohl mit so einem wandelnden Virus. Genau so ist es mit Cafés und Restaurants. Ich hoffe, die letzte Blase platzt bald und ich kann wir können wieder unter Leute. Bis dahin rühr ich mir Thunfischtunke mit Mascarpone an und guck „das perfekte Model“.

Luca Busch – 39,9 Grad am Abend

Philippe Djian ist einer meiner Lieblingsautoren. Und „Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen“ eines meiner Lieblingsbücher. Trotzdem habe ich mich nicht gefreut, als mir der Titel am Freitag leicht verfremdet in den Kopf kam. Luca lag mit Fieber auf der Couch. Doppelt doof, denn Hugo fieberte zu dem Zeitpunkt mit ebensolch Angst einflößenden Temperaturen schon seit drei Tagen durch die Gegend. Mein tolles Ohr-Termometer von Braun war also die letzte Woche mein bester Freund. Und es lag in meiner Hand, Hugo als gutgelaunten 1-Jährigen oder wimmerndes Bündel hier rumlaufen zu haben. Je nachdem, ob er ein Zäpfchen bekommen hatte oder nicht. Arme Würmer, beide.

Aber ich kann mich auch noch daran erinnern, als Kind krank im Bett gelegen zu haben. Und zwar richtig lange. Also, eine Woche oder so. So lang lag Luca noch nie flach. Liegt das an den Medikamenten? Ich hab von meiner Mutter in Engelsgeduld hunderte von Wadenwickel bekommen, von mir bekommen die Kinder ein Zäpfchen oder Fiebersaft. Gut, Hugo würde die Wickel ungefähr 0,5 Sekunden an den Beinen lassen, aber bei Luca funktioniert das schon. Habe den Versuch allerdings abgebrochen, als sie abends um 11 immer noch auf dem Sofa lag und motzte, ihr wäre so heiß. Irgendwann will man ja auch mal Feierabend haben. Also Schluss mit den guten, alten Hausmitteln – her mit dem Iboprofen-Saft!

 

 

 

 

Foto: Braun

Hokus Pokus Fidibus

Ein weiteres Kapitel zum Thema Chinesische Medizin. Wir hatten jetzt 4 Termine bei einer Ärztin in Blankenese, weil Hugo dauerverschleimt war uns komische Rötungen an Hals und im Gesicht hatte. Ergebnis der Untersuchung war das erwähnte Gluten- und Milchverbot. Es folgte ein Obstverbot (Banane schleimt, Apfel löst Allergien aus) sowie ein Mandelverbot (s. Apfel). Jetzt weiß ich echt nicht mehr, was ich dem armen Jungen zu Essen geben soll. Und frage mich, ob das alles richtig so ist oder doch nur Hokus Pokus.

Seine angeblich leichte Mittelohrentzündung war bei der dritten Behandlung dann viel besser und entgegen der Diagnose zuvor ja „richtig schlimm“ gewesen. Das ließ mich dann doch ein wenig nachdenklich werden.

Im Anschluss an Hugos letzte Behandlung durfte ich mich dann auf die Bank legen. „Oh, Sie sind aber schwach!“ rief die Frau Doktor, als sie mich berührte. Ja, stimmt. Und zum Umfallen müde war ich auch. Was ich auf wenig Schlaf und schwüle Luft schob. Dann machte sie ein paar Sachen mit mir. Akupunktur, Akupressur… Jedesmal die Frage: „Und? Was passiert?“ Ich hatte das Gefühl, sie sagt sowieso bei jeder Antwort: „Genau!“. Ich hätte mir mal was ganz absurdes ausdenken sollen, um sie zu prüfen. Etwas ausgefalleneres als „Es kribbelt.“, „Mir wird warm“ oder „Es rauscht.“ Vielleicht “ Mein linker Zeh tanzt Tango und mein rechtes Ohrläppchen rappt ein paar Lyrics von Eminem.“ Es ist jedenfalls nichts Lebensveränderndes geschehen und ich bleibe mit der Frage zurück: echte Alternative Heilmethode oder nur was für Spinner?

 

Foto: ein chinesisches Schriftzeichen, von dem ich keine Ahnung habe, was es bedeutet.