Archiv der Kategorie: Beziehung

Zettelwirtschaft.

Neben schmutzigen Kindersocken, verstreuten Spielsachen, Spielplatzsand und, ganz aktuell, verwaisten Rückseiten von Panini-Aufklebern gibt es noch etwas, was mir zuverlässig in der ganzen Wohnung begegnet.

Wer erkennt es? Genau! Es ist der Zettel einer Reinigung. Bei mir sind sie lila, aber sie haben mit dem auf dem Foto gemein, dass sie nahezu täglich aus dem Nichts auftauchen und an den unmöglichsten Stellen liegen. Den abgebildeten Zettel fand eine Kollegin, die mir dieses Foto eines Samstags schickte, in ihrer Wohnung (wo genau hat sie mir nicht verraten) – mit dem Kommentar: „Aber wir würden sie vermissen, oder?“

Bin mir nicht sicher, ob sie die Zettel oder deren Verteiler, unsere Männer, meinte. 😉

Egal. Danke, Janine!

Helikopter oder Jumbo Jet?

Nach dem Artikel aus dem Spiegel der letzten Woche und der Antwort in der Welt am Sonntag muss ich jetzt auch mal meinen Senf zum Thema Helikoptereltern abgeben.

Ich teile die Meinung, dass Kinder mit spätestens vier in der Lage sein sollten, den Reißverschluss ihrer Jacks zu schließen. Auch Körperpflege wie Kämmen und Zähneputzen können meiner Meinung nach Kinder in dem Alter schon ganz gut alleine. Ich bin schockiert, wenn ich erfahre, dass Freundinnen von Luca immer noch von den Eltern die Zähne geputzt kriegen. Mit sechs!!!

Den einen Kilometer langen Schulweg fahren wir mit dem Rad, auch wenn Luca sich beschwert und lieber mit dem Auto gefahren werden möchte. Aber ich weiß jetzt schon genau, dass ich jeden Tadel eines Lehrers erst einmal in Frage stellen werde und meine Kinder, egal, was ihnen vorgeworfen wird oder geschieht, gegen alles und jeden, der ihm das Leben schwer machen will, verteidigen werde. Jetzt, in 5 Jahren und auch noch in 10 oder 20. Denn sie bleiben meine Kinder. Wir bleiben ihre Eltern. Und Eltern möchten, dass es ihren Kindern gut geht.  Darum erleichtern wir ihnen das Leben, wenn wir können. Geben ihnen die Chance, Selbstbvertrauen entwickeln (und lassen sie samstags alleine zum Bäcker gehen – dass wir an der Straßenecke lauern, wissen sie ja nicht) und sondieren den Bildungsmarkt nach geeigneten Angeboten.  Wir lassen die Kinder fernsehen, weil wir meinen, dass das zum modernen Leben dazu gehört. Sie kennen iPads, iPhones und iBooks und können mit ihnen umgehen. Wir gehen mit ihnen in den Wald, bringen ihnen das Skifahren, Schwimmen und Radfahren bei. Sie waren schon in Flugzeugen und berühmten Kreuzfahrtschiffen. Sie wissen, was Thailändisches Essen ist und kennen jede Menge Hotels von innen. Kurz, wir zeigen ihnen das Leben so, wie wir es führen. Früher halfen die Kinder auf dem Hof, übernahmen die Arbeiten der Eltern und lernten Jagen, Ackerbau, Viehzucht… Warum? Weil das zum Leben dazu gehörte.

Ich glaube nicht, dass wir verwöhnte, emotionale Krüppel heranziehen, wenn wir sie lieben und auf die Welt, wie sie heute ist, vorbereiten. Helikopter oder Jumbo Jet? Hauptsache, die Eltern sind nett (zu ihren Kindern).

Diese Elterntypen gibt’s.

Ist was Wahres dran, oder? Ich bin mir nicht sicher, zu welcher Kategorie ich gehöre.

Man sollte erstmal Kinder haben, bevor man heiratet.

Seit ich Kinder habe, bin ich eine andere. Aus einer sorglos in den Tag hinein lebenden Wiebke mit gelegentlichen Momenten der Ungeduld ist eine stets von schlechtem Gewissen geplagte tickende Zeitbombe geworden. Kein Morgen, an dem ich nicht die Nerven verliere, obwohl ich mir täglich vornehme, ruhig zu bleiben. Wenn die Kinder dann im Kindergarten und in der Schule sind und ich auf dem Heimweg bin, schäme ich mich.
Heute kam mir der Gedanke, dass mein Mann mich eventuell nicht geheiratet hätte, wenn ich mich schon vor den Kindern so benommen hätte. Tja, nu isses zu spät. Hat er Pech gehabt.

Aber es ist schon heftig, dass es für so eine lebensverändernde Maßnahme wie Kinderkriegen keine Testphase gibt. Eine Ehe kann man beenden (oh je, hoffentlich bringe ich da jetzt niemanden auf dumme Gedanken!), Kinder bleiben. Demnach sollte man vielleicht erstmal Kinder haben, bevor man Kinder bekommt. Geht aber nicht.

Dabei sind sie doch so süß!

Foto: Wiebke

Prominente Streitkultur

Eine verheiratete Freundin – aus Diskretionsgründen kann ich hier natürlich keine Namen nennen – schwärmt zur Zeit wieder jeden Donnerstag und Freitag für Rae Garvey. Mich veranlassen ihre Mrs. Garvey to be-Fantasien zu der Frage, worüber man sich wohl mit einem Rockstar streitet, wenn man mit ihm zusammen ist. Unsere eigenen Männer nerven uns mit nicht weggeräumtem Geschirr, hochgeklappten Klobrillen und nächtlichem Schnarchen. Doch in einer Popstarvilla lösen sich diese Probleme ja quasi von selbst. Das Personal spült und Bade- und Schlafzimmer gibt es mehr als genug, sodass man sich einfach aus dem Weg gehen kann. Aber wegen irgendwas müssen doch auch bei VIPs die Fetzen fliegen. Es bleibt mir wohl nichts übrig, als die Mutmaßung. Oder ich warte ab und frage meine Freundin. Wenn sie das Supergirl von Rae ist.

Quelle: youtube

Das Internet zeigt unser wahres Ich.

Sehr interessant: während ich hier nach dem geeigneten Outfit für eine Sommerhochzeit fahnde, ist mein Mann, inspiriert vom zeitgleich stattfindenden EM-Spiel Kroatien – Spanien, unterwegs auf der Homepage des Restaurants Dubrovnik. Kroatische Köstlichkeiten gibt es ihm hier in Hamburg nämlich viel zu selten. In seiner Heimat befindet sich mindestens eine Vertretung an jeder Ecke. Vor unserem Kennenlernen hielt ich ein Rasnici-Schwert (der Kassenschlager seines heimatlichen Dorfkroatens) noch für ein Requisit des Dschingis Khan Videodrehs.

Während IHM also beim Anblick der Kroatia Pfanne das Wasser im Munde zusammenläuft, schüttelts mich bei dem Gedanken an Teller voller Fleischberge. Meine Augen hingegen beginnen zu leuchten und der Kreditkartenzückreflex setzt ein, wenn ich diese handschuhweichen Ballerinas von Chloé betrachte. ER findet diese Art von Schuhe zum Weglaufen.

Wie kann das schon seit über 10 Jahren gut gehen? Alle paar Monate verdrücken wir gemeinsam Fleischberge und Djuwetschreis, wobei ich zur ausgleichenden Gerechtigkeit meine Ballerinas unterm Tisch parken darf. Und in der Zwischenzeit surfen wir im Netz, um unsere unsäglichen Gelüste heimlich auszuleben. Was wären wir nur ohne Internet! Dann müsste ich jetzt tatsächlich Fußball gucken…

Foto: Net-a-porter

Der Satz der Woche. Teil I

„Im Moment hätte ich lieber keinen Mann als keine Kinder.“

Ich verrate nicht, wer ihn gesagt hat. Das fällt unter die Mitmütterliche Schweigepflicht. Ist auch gar nicht wichtig. Es macht mich nur nachdenklich. Nicht, weil ich mich um die Ehe der Zitierten sorge. Es war mit einem Augenzwinkern geäußert. Also ganz bestimmt nicht ernst gemeint. Aber es schwingt mit, dass man sich als Muddi die meiste Zeit – oder zumindest häufig – wünscht, dass die eigenen Kinder vom Spielplatzboden verschluckt werden. Dazu kann ich nur sagen: „Ja, es stimmt. Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage.“ Und jeder, der das Gegenteil behauptet, lügt. Warum also das Ganze? Weil wir es nicht mehr rückgängig machen können? Nein! Weil es eben auch die anderen Momente gibt, in denen das eine Kind einen hysterischen Anfall bekommt und das andere, noch keine zwei Jahre alt, über den Tisch robbt um Nummer eins zärtlich über den Kopf zu streicheln. Da schmilzt das genervte Mutterherz. Und noch etwas hält einem am Leben: die Hoffnung, dass es irgendwann wieder anders wird. Durchschlafen, keine Schuhe zubinden, keine Wutanfälle, deren Grund man nicht kennt, kein Geheul, Geschrei, Generve… Ok, es lauern Pubertät, Abgrenzungsgerangel und zum xten Mal wiederholte Führerscheinprüfungen… Aber das liegt in weiter Ferne. Im Moment finde ich den Teil der Pubertät reizvoll, in dem die Bälger nicht mit einem reden wollen. Wobei wir wieder beim Satz des Tages wären. Nicht einst gemeint, natürlich.

Die Liebe war soooooooo groß…

…dass sie platzte. Heidi & Seal. Never again. Schade. Oder egal? Ich kann nur sagen, seit der Trennung von Barbara und Boris schockt mich nix mehr. Damals war ich echt enttäuscht. Damals, als ich noch naiv war.

Jetzt habe ich sie alle durchschaut. Die Promis wie die Liebespaare im Freundeskreis. Es ist wirklich so: die, die immer am lautesten schreien, wie sehr sie sich lieben, sich dauernd anrufen und „Ich liebe Dich“ säuseln, sind inzwischen nicht mehr zusammen.

So sehr ich auch grübele, verstehen tu ich es nicht. Sollte man doch meinen, es wäre schön und hielte die Liebe frisch, dauernd aufs Neue zu heiraten (H&S) oder Fotos von sich beim Kuscheln im Bett zu twittern (Demi & Ashton). Tut es wohl nicht. Vielleicht ist Liebe wie ein Stück Seife. Und je öfter man sie in die Hand bzw. in den Mund nimmt, desto kleiner wird sie. Hach, jetzt werde ich philosophisch…

 

Danke, Chaoten. Danke, Deutsche Bahn. Danke, Schatz!

Mein Mann war unterwegs. Dank irgendwelcher Spacken, die Kabelkästen abgefackelt haben, hat er für die Strecke Hamburg-Leipzig 7 Stunden gebraucht. Ebenso lange für den Rückweg. Blöd für ihn. Gut für mich. Die Wartezeit auf dem Berliner Hauptbahnhof hat mein Schatz mit Geschenkeshopping verbracht. Leslie Feist Metals hat es ins Tütchen und damit in meinen CD-Player geschafft.

http://www.youtube.com/watch?v=kEk5GWf69A4

Film: youtube