Neue Serie: Gute Fragen des Alltags

Ab jetzt startet hier eine neue Mini-Serie mit dem Titel „Gute Fragen des Alltags“, in der ich eben solche stellen möchte. In der Hoffnung, dass ein findiger Erfinder der einen oder anderen Frage nachgeht und vielleicht sogar eine Antwort findet.

Ihr seid herzlich eingeladen, an dieser Stelle ebenfalls Eure Fragen loszuwerden.

 

#1

Wohin mit dem Pümpel nach Gebrauch?

Das frage ich mich nicht oft. Aber wenn, ist eine Antwort umso dringender nötig. Ins Waschbecken oder und die Badewanne verbietet sich von selbst. Zum Trocknen auf den Balkon finde ich auch irgendwie eklig. In einen Eimer vertagt das Problem nur und abwischen will ihn auch nicht. Womit auch?

 

Auch eine sehr gute Frage. Eigentlich die beste überhaupt. Bitte Geduld.

History repeating

Was haben wir mit den Augen gerollt. Damals, als wir mit Begeisterung Serien wie Alf sahen und unsere Eltern meckerten: „Was für ein Schwachsinn!“ Obwohl, Alf fand ich okay, richtig süchtig war ich nach Roseanneeiner Serie über eine Familie der amerikanischen unteren Mittelschicht. Die Eltern waren unglaublich dick und asi und lustig. Auch dafür bekam ich von meinen Eltern wenig Verständnis. Immer wenn die Serie auf dem Wohnzimmerfernseher lief, schimpften sie über die Hohlbirnigkeit meines Programms. Und ich dachte: „Dann guckt doch weg. Hört doch nicht hin! IHR müsst es doch nicht sehen, ICH will es aber. Und zwar in Ruhe.“

25 Jahre später (ja, leider stimmt die Zahl) sitzt meine Tochter in unserem Wohnzimmer und guckt Soy Luna. Keine Ahnung, worum es in dieser kreischbunten Disney-Kacke geht. Rollschuhlaufen, glaube ich. Viel schlimmer als die Serie an sich sind allerdings meine Kommentare dazu. Genau so wie meine Eltern bin ich durchs Bild gerannt und habe gemotzt: „Wie lange geht das denn noch? So ein Blödsinn! Hirnloser Scheiß!“ Und so weiter. Luca dachte sicher Ähnliches wie ich damals und das vollkommen zu recht. Ich muss es ja nicht ansehen. Aber es hat mich so dermaßen genervt, die ganze Zeit das Gequatsche im Hintergrund zu hören! Außerdem läuft es zur gleichen Zeit wie GZSZ ;).

Was ist die Lösung? Ein Fernseher im Kinderzimmer? Dafür ist es noch ein bisschen früh mit zehn. Dann also Memo an mich: Einfach mal Fresse halten.

Drei, zwei, eins, Feier!

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Man sollte meinen, dass man beim 10. Kindergeburtstag schon ein gewisses Maß an Übung und Erfahrung sein Eigen nennen darf. Ist bei mir nicht der Fall. Jahr für Jahr durchsuche ich das Internet nach Partylocations und Ideen in der Hoffnung, dass ich in den Jahren zuvor etwas übersehen habe. Hab ich auch. Nur ist es dann für eine Plantschbecken-Party zu spät.

Wenn die erste Hürde die Idee ist, dann ist die zweite Hürde die Gästeliste des Kindes. Die ist immer für alles zu üppig. In den meisten Einrichtungen können Gruppen bis 10 oder 12 antanzen. Die dritte Hürde ist die Temperatur. Winterkinder haben einen großen Nachteil gegenüber Sommerkindern, was die Auswahl der Partymöglichkeiten angeht. Schlittschuhlaufen fällt mir da als einziges ein, auf das man im Sommer verzichten muss.

Trotzdem haben wir die letzten zwei Geburtstage Ende November draußen gefeiert. Die Kinder fanden es super. Allerdings haben wir aus schlechtem Gewissen und Angst, den Kindern könnte aus Langeweile kalt werden, immer ein Mega-Programm geplant und uns einen krummen Buckel geschleppt, um jederzeit warmen Kakao und Snacks im Angebot zu haben. Die Großeltern, die zahlreich angereist waren, um zu helfen, sahen sich dann doch besser im nahegelegenen Café aufgehoben. Der Mann und ich saßen abends müde und mit roten Frostgesichtern auf dem Sofa und tranken Rotwein zur Kompensation. Das möchte ich dieses Jahr nicht mehr!

Dieses Jahr machen wir etwas ganz Außergewöhnliches! Schwimmen, denkt Ihr? Nein, langweilig. Indoor-Spielhölle? Soccer-Halle? Jump-House? Museum? Kletterpark? Nee! Ödeeee! Macht jeder. Wir feiern, festhalten: zu Hause. Mit ner stinknormalen Party. Stopp-Tanz, Mörder-Spiel, Schokoladen-Wettessen, Pizza, Pommes, Tschüß. Mal sehen, wie es wird und ob wir danach renovieren müssen.  Jetzt müssen erstmal Einladungen her.

Kommt, wir woll’n Laterne lahaufen. Nicht.

Es gibt da diese Lüge, die ich einmal im Jahr von mir geben muss. Schlimmer noch: ich muss sie singen: „Kommt, wir woll’n Laterne laufen!“ Stimmt nicht! Wer will das?

Die Wahrheit ist: ich hasse Laterne laufen. Es ist wie ein Elternabend, nur dass es zudem noch dunkel und kalt ist. Meistens regnet es auch noch in Strömen.

Und die Kinder mögen es irgendwie auch nicht. Meinen fällt eine Minute bevor wir los müssen ein, dass das sie ihre Laterne hässlich finden. Nachdem geheult wurde, weil sich so schnell auch keine neue beschaffen lässt, geht die Tortur durch die dunklen Parks und Straßen der Stadt los. Und nach drei Metern kommt: „Ich hab Hunger.“ Nach vier: „Meine Füße tun weh.“ Gut, zweites mag daran liegen, dass das Kind schon bevor es losging, mehrere Kilometer gerannt ist. Es war irgendwo in der Dunkelheit verschwunden, was in mir Panik auslöste und das Kopfkino anknipste. Kind weg, große Suchaktion und Hundertschaften, die wie bei Aktenzeichen XY den Park durchkämmen.

Kind war dann wieder da. Und lief ganz vorne bei der Lehrerin mit, was die zweite Panikattacke auslöste. Ich hatte den Text nicht gelernt, der uns im Vorfeld per Mail und Ranzenpost zugetragen wurde. Mit der Ansage, ihn auswendig zu lernen bis zum Umzug. Gut, Lehrer können wohl nicht aus ihrer Haut. Aber ich auch nicht! Mein schlechtes Gewissen aufgrund des Nichtlernens wirkte wie ein unsichtbarer Abstandhalter zwischen mir und Frau X, die lauthals und engagiert ein Laternelied nach dem anderen schmetterte. So konnte ich mein Kind, das ihr dabei staunend zuhörte, nur zerknirscht aus der Ferne betrachten und hoffen, dass meine Faulheit nicht entlarvt wird.

Nach dem Umzug wird gegessen. Ist mir irgendwie auch ein Rätsel, wieso. Aber scheinbar geht nichts mehr ohne Essen. Die Kinder stopfen sich im Akkord Kekse, Würste und Brezel in die Münder und spülen mit gezuckertem Punsch nach. Dann ist ihnen schlecht. Das ist gut, denn es ist der Zeitpunkt, an dem man gehen darf. Man nimmt sich die Laterne, sofern sie nicht inzwischen in Flammen aufgegangen ist, und flieht nach Hause.

Gutes Timing? Dafür hab ich keine Zeit.

 

Andere haben vier Kinder statt zwei und noch dazu einen Hund. Andere haben einen Garten und einen Zweitwohnsitz – je nach Geldbörsendicke am Dümpeltümpel oder in Florida. Andere schreiben neben ihrem Vollzeitjob Sachbücher in Bibeldimension,  engagieren sich für Flüchtlinge und pflegen die bettlägerige Oma von nebenan. Andere kochen die gesamte Obst- und Gemüseernte für den Winter in Weckgläser ein, versehen sie mit DaWandaesken DIY-Etiketten und stellen sie einem mit gönnerhaftem Lächeln auf die Büroschreibtisch. Andere machen mit ihren Kindern gemeinsam Hausaufgaben statt sie abends nur zu fragen, ob sie alles fertig haben – hoffend, dass die Antwort ‚ja‘ ist. Denn für alles andere bleibt ja keine Zeit! Längst sollten die lieben Kleinen im Bett liegen und schlafen. Stattdessen läuft die siebte Folge irgendeiner Schwachsinns-Kinder-Comedy auf dem iPad, weil ich noch dabei bin, die Reste des Abendessens aus den Töpfen zu kratzen. Immerhin war es ein selbst gekochtes! Ist ja auch schon was. Danach falle ich allerdings komatös auf die Couch, während andere in der zeitlichen Dimension zwischen Nacht und Tag, zu der mir der Zugang verwehrt bleibt, Designermode für sich und ihre Kinder herstellen.

Wie machen diese Anderen das? Wann machen sie ihre Ablage? Wann bringen sie Räder zur Reparatur, kaufen gesunde Biolebensmittel und neue Turnschuhe für das Kind, das bereits blaue Zehen hat, weil die Schulsport-Galoschen drei Nummern zu klein sind und niemand Zeit hat, ihm neue zu besorgen. Geht doch ganz schnell! Klick Klick Klick im Internetz. Nur leider ist wieder keiner da, wenn der Paketbote klingelt. Und ein zweites Mal macht er es nicht. Also laufe ich sechs Tage mit schlechtem Gewissen und dem mahnenden Zettel im Gepäck herum, um mich dann am letztmöglichen Abholtag wieder in die Schlange derer einzureihen, die es auch nicht auf die Reihe kriegen, zur Non-Rush-Hour zur Post zu gehen. Dabei wäre es doch so einfach gewesen. Aber das schaffen nur wieder diese Anderen. Mit dem richtigen Timing! Einfach in dem Timeslot zwischen dem Rentner- und dem Berufstätigenansturm zur Post gehen. Und die Biolebensmittel auf dem schnuckeligen Biolebensmittelmarkt auf dem Weg zur Arbeit besorgen. Quasi drive-thru. Auf dem gleichen Weg kann man dann noch den neuen Personalausweis abholen – ach ne, die haben andere Öffnungszeiten. Na gut, dann auf dem Rückweg. Ach, da haben sie schon zu?

Ich würde diese Anderen gerne mal kennenlernen und ihr Geheimnis erfahren. Mich beschleicht nur manchmal das Gefühl, dass es diese Anderen überhaupt nicht gibt. So wie Elfen, Einhörner und Untote. Sie sind die Erfindung einer fremden Macht. Um uns klein zu halten. Menschen mit dauerhaft schlechtem Gewissen sind wenig wahrscheinlich darauf aus, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Und kurz bevor wir zu sehr gefrustet sind und drohen, die Welt um uns in kleine Stückchen zu schlagen, schickt die fremde Macht uns eine Grüne Welle oder einen freien Schalter im Kundenzentrum der Deutschen Bahn, sodass wir rufen „Perfektes Timing!“ und auf Jahre dankbar sind.

 

 

 

 

Auf der Suche

In Zeitschriften, Fernsehen und sogar im Bekanntenkreis trifft man ständig Menschen, die auf der Suche nach sich selbst sind. Einer ist dafür ein Jahr lang durch Deutschland gewandert. Das finde ich beneidenswert. Dafür habe ich überhaupt keine Zeit – vor lauter Suchen.

Nach Jacken, Trinkflaschen, Brotdosen, Turnbeuteln, Fußbällen vom Kind, sauwichtigen Papieren für die Steuer, dem Schlüssel, dem Telefon, der Sonnenbrille, der Sonnencreme, dem iPad, der Fernsehzeitung, dem neuen Badeanzug fürs Kind, der Pinzette, die doch gerade noch im Bad lag, dem Weg, der Idee fürs Abendessen, dem Stift, dem Taschentuch! Und das ist die Sommerliste! Im Winter wird sie noch im die mehrmals tägliche und oft vergebliche Suche nach Mützen, Handschuhen, Schals und Hausschuhen erweitert. Wenn der Sohn ein Spielzeug mit in die Schule nehmen möchte, bekomme ich schon Schweißausbrüche bei dem bloßen Gedanken, dass ich mir wieder die Hacken ablaufe nach dem Ding. Hier könnte man sagen: gibts eben kein Spielzeug mit in die Schule. Hab ich auch. Aber dann kommt wieder diese Situation morgens um viertel nach sieben und da habe ich, während ich meine Uhr suche, keine Zeit für derartige Diskussionen und sage „Ja.“ Mit der folgenden Androhung, was passiert, wenn es weg ist. Diese Androhungen sind lächerlich. Erstens, weil sie sowieso nicht gehört werden. Zweitens, weil sie nie wahr gemacht werden.  Ich motze: „Denk bloß nicht, ich kauf dir ein neues, wenn das hier weg ist!“ Und denke: „Oh, bitte bringe es wieder mit. Sonst muss ich meine Androhung wahr machen und das schaffe ich sowieso nicht.“ Weil Kinderaugen so herzerweichend schauen können, besonders in Spielzeugläden. Und weil ich an den meisten Sachen meiner Kinder mehr hänge als sie selbst. Das habe ich dann wohl davon. Und es bleibt mir weiter nur eins: suchen. Mich finde ich vielleicht, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Aber dann bin ich ja damit beschäftigt, meine Brille und die 3. zu suchen. Aber bis dahin ist ja noch Zeit!

Boah, ist das langweilig!

Im SZ-Magazin war neulich ein Artikel mit 18 Sätzen, die niemals irgendwer sagt. Diese Sammlung möchte ich ergänzen um den oben genannten, in dem ich nicht zitiere: Eltern von Kleinkindern am Wochenende, jemals.

Doch, und das schreibe ich, um allen diesen Eltern Mut zu machen, es kommt der Tag, an dem Ihr Euch l-a-n-g-w-e-i-l-t. Echt! Da sind dann plötzlich alle beschäftigt, nur man selbst nicht. Weil die eigene Beschäftigung bisher 24/7 daraus bestand, Chaos zu beseitigen, Unfälle zu verhindern, Bücher vorzulesen, mit Schleichtieren zu kämpfen, Kartoffelstempel zu schnitzen, auf Aua zu pusten, Tränen zu trocknen…

Letzten Sonntag war es so. Hugo war mit seinem Freund im Fußballwahn, Luca wurde vom Papa zur Kickbox-Prüfung begleitet. Und ich? Habe vor Langweile alte Folgen King of Queens auf YouTube geguckt und dabei gebügelt. Und als ich davon gelangweilt war, war immer noch niemand da. Die WamS war gelesen, der Kaffeepegel am Anschlag. Was tun? Klar, irgendwas geht immer: der Backofen könnte eine Reinigung vertragen, die Fenster auch. Eine Tonne Fotos wartet darauf, eingeklebt zu werden, der Keller quillt über und der Kleiderschrank ist ein Chaos… Aber so etwas macht man ja nicht am Sonntag! Aber was dann? Beim Überlegen bin ich auf der Couch eingeschlafen. Und von selbst wieder aufgewacht und nicht davon, dass jemand schrie oder mir ins Auge gefasst hat. Das war irgendwie gespenstisch.

Klar, das Glück steht auf wackeligen Beinen. Noch. Wenn man wirklich etwas anfängt, das nur einem selbst Spaß macht oder sich gar aus dem Haus entfernt, ist sofort die Hölle los. Aber ich glaube, das ist nur der Übergang. Für später braucht man dringend ein Hobby, damit man es seinen Kindern nicht heimzahlt, dass sie einem keine Sekunde Ruhe gegönnt habe.

Ich hoffe wirklich, dass wir nicht zu den Eltern zählen werden, die ihre Kinder samstags um neun mit dem Schlachtruf „Frühstüüüüüück“ aus dem Bett werfen und beleidigt sind, wenn sie sich mit ihren Freunden treffen statt mit uns am Kaffeetisch zu hocken. Um so wichtiger wird es sein, dass man sich mit dem Partner noch was zu erzählen hat. Sonst gibt es ein böses Erwachen! Da hat man die anstrengende Kleinkindphase gemeinsam überstanden und dann herrscht bedrückende Stille, wenn auf einmal niemand mehr heult und davon ablenkt, dass man sich schon längst egal geworden ist. Ich glaub, ich fang mit Töpfern an. Dann kann mein Mann sich wenigstens über die Scheußlichkeiten lustig machen, die ich ihm zu Weihnachten und allen Geburtstagen schenke. Oder wir lassen unseren alten Lebenstraum wahr werden und pimpen billige Aldi-Oliven mit ollen Trockenkräutern auf und verkaufen sie mit ungekämmtem Haaren und selbstgenähter Schürze als äscht fronsösisch für das Achtfache auf dem Wochenmarkt.

Regretting Bad Motherhood

Es ist ein Grundgefühl des Mutterseins: das Bereuen. Irgendwas, egal. Hauptsache, man bereut etwas. Und das ist nicht einmal anstrengend. Man kann große Dinge bereuen, wie zum Beispiel, überhaupt Mutter geworden zu sein. Ist gerade im Trend,  #regrettingmotherood und so. Das ist ja für mich schon irgendwie ein Grund für den Arzt. Weil alle regrettenden Mütter gleichzeitig sagen, sie würden ihre Kinder über alles lieben und sie um nichts in der Welt hergeben wollen. Das ist schon etwas schizophren.

Man kann auch bereuen, erst so spät Kinder bekommen zu haben. Kann man machen. Was ich heute meine, ist eher das kleine Alltags-Bereuen. Dass man zu streng war, das Kind angeschrien hat, etwas unnötigerweise verboten hat, zu ungeduldig war, nicht genug geknuddelt hat, zu wenig die Zeit mit dem Baby genossen hat, sich zu viele Sorgen gemacht hat…

Heute morgen habe ich darüber nachgedacht, ob ich eine gute Mutter bin, weil meine Kinder zu mir noch nie „Scheiß-Mama“ oder „Kack-Mama“ oder „Ich hasse Dich!“ gesagt haben. Das scheint auch höchstgradig schizophren, das gebe ich zu. Die Kinder haben einfach keinen Grund, mich zu beschimpfen, weil ich eben so eine gute Mutter bin. Wäre die eine Erklärung. Eine andere wäre, dass sie sich gar nicht trauen, derart schlimme Dinge zu mir zu sagen, weil ich so furchterregend und streng mit ihnen bin. Tja, da habt Ihr es!

Als immer irgendetwas bereuende Mutter bin ich natürlich zu dem Schluss gekommen, dass Letztere Begründung stimmt. Darum bereue ich es nun, nicht eine von den Mamas zu sein, die auch noch nach dem 30. „Nein! Ich komme nicht mit!“ mit Engelszungen und Zuckerlächeln auf ihr Kind einreden und zur Belohnung von ihrem Vierjährigen tourettemäßig betitelt zu werden.

Weil mir das schlechte Laune macht, gehe ich nun einen Kaffee trinken. Um dann hinterher zu bereuen, nicht doch gearbeitet oder wenigstens den Haushalt gemacht zu haben. Egal! Irgendwas ist ja immer!

 

Message on a Pulli

Was hört sich lustiger an: ZulupaPUWA oder Puffin? Ein heißes Rennen in coolem Kontext! ZulupaPUWA heißt die neue Kollektion von Walter Van Beirendonck für die belgische Modefirma JBC. Eine Island-Reise und die dort so offensichtlichen Folgen des Klimawandels haben ihn zu den Motiven inspiriert und so ist der Puffin, oder auch Papageientaucher, neben dem Wal der Held auf den tollen T-Shirts, Shorts, Kleidern, Röcken und Sweatern. Um daran zu erinnern, welche Schönheit dort in Gefahr ist.

Auf einem schönen Event an der Elbe durften wir uns die fantasievollen Designs ganz genau ansehen. Die Location lag auf unserem Nachhauseweg. Und weil gerade Kaffee- und Kuchenzeit war, haben wir nicht lange gezögert und sind der Einladung zu belgische Waffeln mit viel Sahne und noch mehr Schokosoße gefolgt. Mit vollem Bauch spielt, malt und modelt es sich viel besser, haben sich die Veranstalter wohl gedacht. Modelt? Genau! Denn die Kinder durften die Klamotten nicht nur anprobieren, sondern wurden vor Ort auch gleich von der tollen Alexandra Klever professionell abgelichtet. Wenn da nicht der ein- oder andere Berufstraum entstanden ist…

Danke an Nicole Weber Communications für den schönen Nachmittag

Fotos: Alexandra Klever und ich 😉

Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Janosch!

total grossen glueckwunsch 72 dpiNur wenige wissen, dass Sie eigentlich anders heißen. Muss auch keiner wissen. Denn als Janosch sind Sie ein Held so vieler Kinder und Erwachsener, da tut es vielleicht gut, wenn man sich am Telefon lieber mit seinem unbekannten Namen meldet. Sie selbst haben einmal gesagt, sie wären gerne unsichtbar. Das geht als Herr Eckert. Als Herr Janosch geht das nicht.

Was wären wir ohne Panama, Herrn Popov und Papa Löwe? Wir wären auch groß geworden, aber es wäre so viel weniger bunt und lustig passiert. Ihr großes Thema war die Freundschaft – und das kann gar nicht groß genug sein.

Sie sind ein Beweis dafür, dass man nie aufgeben darf. Aus angeblichem ‚Mangel an Begabung‘ haben Sie Ihr Kunststudium aufgegeben. Jetzt begeistern ihre Bilder die ganze Welt. Und nicht nur die! Mehr Phantasie, Lebensweisheit und Humor gibt es kaum zwischen zwei Buchdeckeln.

Herr Janosch, wir danken Ihnen für die unzähligen Geschichten und endlosen Traumstunden, die sie uns beschert haben. ‚Post für den Tiger‘ war das erste Buch, das ich meiner Tochter vor dem Einschlafen vorgelesen habe. Da war sie eineinhalb. Jetzt ist sie neun und kann selber lesen. Aber ganz manchmal, wenn sie ganz besonders viel Bedürfnis nach Geborgenheit hat, bittet sie mich, ihr Janosch vorzulesen. Und diesem Wunsch komme ich nur allzu gerne nach. Danke und alles Liebe für Ihr neues Lebensjahr!