Was bisher geschah

Schon vor der Einschulung habe ich Hefte vollgekritzelt mit etwas, das mir der Handschrift der Erwachsenen am ähnlichsten erschien. Und die Spielzeugkasse meines Kaufmannsladens durfte nur kurz ihrer Bestimmung folgen, bevor ich sie zur Schreibmaschine umfunktionierte. Bis die Tasten sich meinen improvisierten Schreibexzessen (selbstverständlich im Zehn-Finger-System) entzogen, indem sie sich erschöpft im Gehäuse der Kasse zur Ruhe setzten. Schreiben fand ich also schon toll, bevor ich es überhaupt konnte.

Meine Alphabetisierung durch Frau Bruns an der Waldschule in Tesperhude und später die am Gymnasium Georgianum in Lingen vermittelten Kenntnisse über die deutsche Sprache machten es schließlich möglich: ich konnte meine Geschichten wirklich aufzuschreiben. Davon hatte ich viele im Kopf. Als Einzelkind musste ich die Unmengen von Zeit, die andere spielend oder streitend mit ihren Geschwistern verbrachten, ja irgendwie rumkriegen.

iPads waren noch nicht erfunden, einen Walkman bekam ich erst mit 14 und beim Lesen im Auto wurde mir schlecht. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mir auf endlosen Fahrten nach Südfrankreich, Italien oder zu Oma nach Kiel meine Unterhaltung selbst auszudenken.

Gerne würde ich an dieser Stelle behaupten, Autorin zu sein wäre mein Traum seit Kindertagen. Trotz meiner blühenden Fantasie habe ich daran aber keinen Gedanken verschwendet.

An der Uni Leipzig beschäftige ich mich im Germanistik-Studium erstmal mit den Geschichten anderer und in Kommunikationswissenschaft damit, wie man sie verbreitet. 

Seit 2000 arbeite ich als Werbetexterin in Hamburg ­und verbinde Phantasie und schöne Geschichten mit Strategie, Kernbotschaften und USPs.

2012 erschien mit Mama Cool mein Debutroman. Wie der Titel vermuten lässt, war ich in der Zwischenzeit Mutter geworden.

Aktuell lebe ich mit meinem Mann und unseren zwei Kindern im Hamburger Westen, arbeite an meinem zweiten Roman, der im Herbst 2020 bei Heyne erscheint, und freiberuflich als Werbetexterin.