Einmischen oder nicht?

Heute im Kindergarten: Hugo kommt in den Raum, in dem schon andere Kinder spielen. Er nimmt sich von einem kleinen Haufen Autos eines und sofort brüllt ein größerer Junge: „Nein! Das hatte Merlin!!!!“ Woraufhin Merlin von der anderen Ecke des Zimmers angerannt kommt, um Hugo das Auto weg zu nehmen. Der hält es fest und rennt weg. Die zwei größeren Jungs hinterher. Dann ein Schrei, Hugo hat den einen gebissen. Ziemlich doll, man sieht die Abdrücke auf der Hand. Insgeheim freu ich mich natürlich. Sagen muss ich jedoch: „Das ist nicht in Ordnung.“ Der Erzieher nimmt sich Hugo zur Seite und erklärt ihm, dass er nicht beißen darf. Ich stehe immer noch daneben, der Vater von dem gebissenen Kind auch. Zum Glück ist er entspannt. Mir brennt aber etwas anderes auf der Seele: Hugo hat das Auto niemandem weggenommen, es lag ja einfach rum. Da ist es doch normal, dass er sich gegen die großen Jungs verteidigt. Ich stand zugegebener Maßen etwas ohnmächtig daneben, die ganze Zeit. Dann bin ich gegangen, um doch wieder umzukehren und die Ausgangssituation richtig zu stellen. War das richtig? War das gluckig? Ich guck mal, was die bei lilliput-lounge dazu sagen. Das ist ein Ratgeber, auf den ich letztens aufmerksam gemacht wurde. Es gibt doch immer wieder Situationen, in denen man hin und her gerissen ist zwischen Einmischen und Raushalten, Klugscheißen und Selber Rausfindenlassen, Bevormunden und Beraten.

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